Am Samstag, den 30. Mai 2026, trafen sich Übungsleitende von Stadtbewegung zu einem dreistündigen Workshop rund um die Frage:
Wie erreichen wir Menschen, die von klassischen Sportangeboten oft nicht angesprochen werden?
Bei bestem Wetter, in angenehmer Atmosphäre und mit viel Engagement beschäftigten wir uns mit den Zielgruppen unserer Bewegungsangebote und den Erfahrungen aus dem Projekt „Gemeinsam statt einsam“.




Wer fehlt eigentlich noch?
Gemeinsam haben wir darüber gesprochen, welche Menschen wir mit unseren Angeboten besonders erreichen möchten. Dazu gehören beispielsweise ältere Menschen, Menschen mit Migrationsgeschichte, queere Menschen, Menschen mit Einschränkungen oder Menschen, die bisher wenig Zugang zu Bewegung gefunden haben.
Dabei wurde schnell deutlich: Oft sind es nicht mangelnde Motivation oder fehlendes Interesse, die Menschen von einer Teilnahme abhalten. Vielmehr spielen Unsicherheit, Angst vor Bewertung, schlechte Erfahrungen oder fehlende Informationen eine Rolle.
Das eigene Angebot mit neuen Augen betrachten
In Einzel- und Kleingruppenarbeit haben die Übungsleitenden ihre eigenen Angebote genauer unter die Lupe genommen.
Dabei standen Fragen im Mittelpunkt wie:
- Wirkt mein Angebot wirklich einladend?
- Ist die Beschreibung verständlich und niedrigschwellig?
- Wer fühlt sich angesprochen?
- Wer fühlt sich möglicherweise nicht angesprochen?
- Welche Hemmschwellen gibt es?
Anschließend wurden ganz praktisch Titel und Beschreibungen überarbeitet. Ziel war es, die Angebote noch klarer, verständlicher und inklusiver zu gestalten.
Inklusion braucht auch Grenzen
Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt war die Frage, wie inklusive Bewegungsangebote gelingen können, ohne dass Übungsleitende dabei überfordert werden.
Wir haben offen darüber diskutiert:
- Wo liegen die Möglichkeiten von offenen Bewegungsangeboten?
- Welche Menschen können wir gut erreichen?
- Wo stoßen wir an Grenzen?
- Wie können wir respektvoll Grenzen setzen?
- Wie schützen wir uns selbst vor Überforderung?
Dabei wurde deutlich, dass Inklusion nicht bedeutet, alles leisten zu müssen. Gute Bewegungsangebote brauchen engagierte und langfristig motivierte Übungsleitende. Deshalb gehören Selbstfürsorge, klare Rollen und gegenseitige Unterstützung genauso dazu wie Offenheit und Teilhabe.
Viel Austausch und viele gute Ideen
Besonders wertvoll war der intensive Erfahrungsaustausch zwischen den Übungsleitenden. Viele berichteten von gelungenen Ansätzen, Herausforderungen und persönlichen Erfahrungen aus ihren Gruppen.
Die aktive Mitarbeit, die Offenheit und die vielen praxisnahen Diskussionen haben den Workshop zu einer sehr gelungenen Veranstaltung gemacht.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden für ihr Engagement und freuen uns darauf, die gewonnenen Erkenntnisse in unseren Bewegungsangeboten umzusetzen.
Besonderer Dank gilt auch der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, die den Workshop im Rahmen des Teilhabeprogramms im Projekt „Alle machen mit – Erfolgreiche Zielgruppenerreichung“ unterstützt hat.
Der Workshop steht auch anderen Vereinen offen und kann bei Stadtbewegung e.V. angefragt werden.
